Berufsorientierung hautnah: Jugendwaldeinsatz des 8. Jahrgangs

Blick auf die Schlafhütten des Waldpädagogikzentrums

Die von-Ravensberg-Schule zeichnet sich durch ein vielfältiges Angebot im Bereich der Berufsorientierung aus. Ein Baustein ist hierbei der alljährliche Jugendwaldeinsatz des 8. Jahrgangs. Im schönen Harz, genau genommen im Waldpädagogikzentrum Göttingen (Haus Rotenberg), bekommen unsere Schülerinnen und Schüler fünf Tage lang verschiedene Einblicke in die forstlichen Berufe, dürfen selber mit anpacken und den Wald mit all seinen Facetten aktiv erleben. In diesem Jahr hatte die Försterin Frau Hausmann für unsere Klassen zwei verschiedene Projekte ausgewählt: das Bergwiesenprojekt und das Projekt Bratplatzhütte.

Projekt Bergwiese:

Im Nationalpark Harz befindet sich das kleine Dorf Lonau. Um die Bergwiesen im Bereich dieses Dorfes zu erhalten und zu erweitern, war es unsere Aufgabe, einen kleinen Teil des Waldes zu roden, damit in den kommenden Jahren an dieser Stelle wieder eine Bergwiese entstehen kann. Zusammen mit den Forstwirten machten wir uns also jeden Tag auf den Weg in den Nationalpark, um Bäume zu fällen, diese zu zerkleinern und zu verbrennen. Die Arbeit war für alle Beteiligten in diesem sehr bergigen Gebiet wirklich schweißtreibend, da der stetige Auf- und Abstieg des Hangs an unseren Kräften zehrte. Durchaus stolz konnten wir am letzten Tag das Ergebnis unserer Arbeit bewundern. Zur Belohnung führte uns der Leiter des Parks in das angrenzende Auerhahngehege und beantwortete all unsere Fragen.

Projekt Bratplatzhütte

Vorher – Nachher – Vergleich der Bratplatzhütte

Tief im Wald erwartete uns eine sehr heruntergekommene und verwilderte Hütte, die man vom Forstweg aus kaum noch erkennen konnte. Unsere Aufgabe war es nun, den Weg zur Hütte freizuschneiden und anschließend das marode Dach der Hütte zu erneuern. Zusammen mit zwei Praktikanten von der Universität Göttingen und unseren Forstwirten Jens und Jörg machten wir uns also an die Arbeit, um für die Spaziergänger des Waldes wieder einen angenehmen Unterschlupf zu bauen. Die Mäharbeiten, um überhaupt erst an die Hütte zu gelangen, dauerten einen ganzen Arbeitstag. An den darauffolgenden Tagen konnten wir uns dann ganz fachmännisch der Dachsanierung widmen. Die Forstwirte zeigten uns, wie man Löcher bohrt, Bretter zuschneidet und auch, wie man diese dann ordnungsgemäß auf dem Dach anbringt. Der ein oder andere von uns entdeckte bei diesen Arbeiten sein bis dato verstecktes Talent als Zimmermann. Darüber hinaus forderten uns die Praktikanten immer wieder zu einem kleinen Waldquiz auf, durch das wir viele neue Dinge über das Ökosystem gelernt haben. Am letzten Tag verewigten wir uns noch alle zusammen auf einem Holzschild, das wir im Innenraum der Hütte anbrachten. Stolz schlossen wir unser Projekt bei einem gemeinsamen Frühstück in der Hütte ab.


Alles in allem war es für uns Achtklässler ein toller Jugendwaldeinsatz, durch den wir den Wald und alle Beteiligten, die sich um seine Pflege und Instandhaltung kümmern, zukünftig mit anderen Augen sehen. Wir haben viel geschwitzt, gelernt, gelacht und ab und zu auch mal an die Vorzüge des Schulalltags gedacht.