Fernsehkoch Nelson Müller würde in Bersenbrück nochmal zur Schule gehen

Die von-Ravensberg-Schule in Bersenbrück ist als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden. Ihr Pate, Fernsehkoch Nelson Müller, war bei der Verleihung der Urkunde von dem Engagement begeistert.

Über die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ freuten sich Dominic Drees (Schülervertretung, von links), Claudia Dierkes-Hartwig (Kultusministerium), Johanna Schütte, Projektleiter Dominik Welp, Fernsehkoch Nelson Müller und Schulleiterin Diana Thomas.

Ein Lächeln in dieses Smartphone, ein Lächeln in die andere Richtung. Beim Besuch der Bersenbrücker Oberschule war Nelson Müller ein gefragtes Fotomotiv. Bereitwillig und immer freundlich lachte er in jede Kamera. Dabei war der 39-jährige Fernsehkoch nicht nur für Fotos gekommen. Die Schüler hatten ihn als Paten für das Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ausgewählt. Mit der Urkunde und einer entsprechenden Plakette ist die Schule nun offiziell ausgezeichnet worden. „Es ist euer Verdienst“, sagte Nelson Müller zu den Schülern. Als er die Schule betreten habe, habe er einen besonderen „Spirit“, eine besondere Energie gespürt. Es sei toll, dass die Jugendlichen Lust haben, die Welt zu verändern.

Nelson Müller lobte die engagierten Schüler. Foto Rolf Kamper

Er erzählte den Mädchen und Jungen auch, dass er sich in seinem Leben aufgrund seiner dunklen Hautfarbe immer wieder Witze anhören musste. „Heute sind wir in Deutschland soweit, dass es egal ist, woher jemand kommt, was er glaubt oder wen er liebt“, ist er überzeugt. Er lobte den Einsatz der Jugendlichen für die Vielfalt. „Ich wäre hier auch gerne mal Schüler.“

Überreicht wurde die Urkunde von Claudia Dierkes-Hartwig vom Kultusministerium. „Es ist ein deutliches Signal, dass so viele zur Verleihung gekommen sind“, sagte sie. Die Schüler seien diejenigen, die das Projekt prägten und Ideen entwickelten. „Bei eurer Schulleiterin Diana Thomas findet ihr ein offenes Ohr. “ Sie ermunterte die Jugendlichen nicht nur in der Schule genau hinzugucken, sondern die Botschaft des Projektes auch in die Gemeinden zu tragen. „Alle sind gleich, alle haben die gleichen Rechte.“ Johanna Schütte von der Schülervertretung verlas schließlich die Urkunde.

Im Anschluss begann der Tag der offenen Tür an der von-Ravensberg-Schule. Nelson Müller machte gemeinsam mit der Diana Thomas, Claudia Dierkes-Hartwig und Projektbetreuer Dominik Welp ebenfalls einen Rundgang und schaute sich das Angebot an.

Am Stand von Siar Hakimi probierte Nelson Müller Mantou, eine afghanische Spezialität. Foto: Rolf Kamper

Natürlich hielt er beim Street Food Markt an. Am Stand von Siar Hakimi, Yannick Plog und Markus Adrian probierte er Mantou – eine afghanische Spezialität. Das sind Teigtaschen gefüllt mit Hackfleisch. Dazu servierten die Jugendlichen eine Tomatensoße mit Kichererbsen. „Respekt“, sagte der bekannte Koch. „Das ist eine coole Idee, das mit Kichererbsen zu machen.“

Man merke, dass sich die Schüler und die gesamte Schule viel Mühe gegeben haben, sagte Müller. „Hier gibt es viel Energie.“ Er war zum ersten Mal in Bersenbrück. Ihm gefalle die niedersächsische Kleinstadt, es sei sehr schön und alles sauber. Nach etwa eineinhalb Stunden musste sich Nelson Müller allerdings wieder auf den Rückweg nach Essen machen. An einem Freitagabend sei für einen Gastronom immer viel los. Dieses Mal erwartete ihn ein Kochkurs.

Während er sich ins Auto setzte, ging der Tag der offenen Tür in der Schule weiter. Die Jugendlichen zeigten eine Trampolinshow, führten ein bilinguales Theater auf oder luden dazu ein, mit ihnen Schleim zu machen und Mangas zu malen. Zum Schluss gab es noch eine After-Show-Party. Dafür hatte Claudia Dierkes-Hartwig den Schülern viel Spaß gewünscht und ihnen mitgegeben. „Lasst es krachen!“