Mein Praktikum an der von-Ravensberg-Schule

Rike Felker kommt gebürtig aus Bersenbrück und studiert derzeit an der Universität Münster das Lehramt für die Fächer Englisch und Biologie. Für ihr Praktikum hat sie die von-Ravensberg-Schule ausgewählt. Nachdem sie nun seit Beginn des Schuljahres in das Schulleben hereinschnuppern durfte, ist ihre Praktikumszeit auch schon vorbei. Wir haben Rike zum Abschied interviewt und sie gefragt, wie sie den Unterrichtsalltag erlebt hat.

Liebe Rike, wie kommt es, dass du unsere Schule als deine Praktikumsschule ausgewählt hast?

Im Studium gibt es ein sogenanntes „Eignungs- und Orientierungspraktikum“, das dazu dient, sich noch einmal seine Entscheidung, Lehrer/in zu werden, bewusst zu machen und erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Eigentlich studiere ich das Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen, allerdings komme ich ja quasi frisch vom Gymnasium, weshalb mich eine andere Schulform gereizt hat. Von der von-Ravensberg-Schule und ihrem Unterrichtskonzept habe ich schon viel gehört und mich deshalb dazu entschieden, hier mein Praktikum zu absolvieren.

Vielleicht magst du uns kurz einen Überblick geben, in welche Bereiche du an dieser Schule Einblicke bekommen konntest.

Also hauptsächlich war ich in den Jahrgängen 5, 7, 8 und 9 unterwegs und durfte mit fünf Lehrern und Lehrerinnen regelmäßig den Englisch- und Biologieunterricht durchführen. Darüber hinaus konnte ich aber auch einige Einblicke in andere Fächer, wie zum Beispiel Chemie und Sport bekommen und so auch weitere Kolleginnen und Kollegen und Fachbereiche kennenlernen. Ich habe also gefühlt einen „Rundumblick“ bekommen.

Als Praktikantin für das Fach Englisch hast du auch in das „Insellernen“ reinschnuppern dürfen. Was hat dieses Unterrichtskonzept für einen Eindruck bei dir hinterlassen?

Insgesamt hat mir das Insellernen sehr gefallen. Ich war überrascht, wie routiniert der ganze Ablauf ist. Die Schülerinnen und Schüler sind es gewohnt, dass alles selbstständig und von alleine läuft, es gibt keinerlei „Gemoser“ über irgendwelche Aufgaben. Besonders gut finde ich, dass die Kinder, die mal einen schlechten Tag haben, in ihrem eigenen Tempo arbeiten können. Ihnen ist bewusst, dass wenn sie an einem Tag etwas weniger vorankommen, sie in der darauffolgenden Stunde, in der sie fitter sind, sehr konzentriert arbeiten müssen.

Könntest du dir vorstellen, zukünftig so zu unterrichten?

Ja, das kann ich mir total vorstellen. Das, was ich alles vom Insellernen kennengelernt habe, spricht mich total an.

Wenn du nun rückblickend sagen müsstest, was dir nach dieser Zeit besonders im Gedächtnis bleibt, dann wäre das….?

Das wären zwei Dinge:

Zuallererst bin ich wirklich geflashed von dem Umgang zwischen Lehrern und Schülern. Ich kenne es vom Gymnasium so, dass die Leistung im Vordergrund steht und kann mich nicht daran erinnern, dass ich mit Lehrerinnen und Lehrern darüber gesprochen habe, wie es mir geht. Ich hatte hier an dieser Schule das Gefühl, dass der Blick wirklich auf jedem einzelnen Schüler liegt. Es ist echt Wahnsinn, wie viel zwischenmenschliches Vertrauen es zwischen den Kindern und den Erwachsenen hier gibt. Die Schülerinnen und Schüler haben so viel Raum, um ihre Geschichten zu erzählen und nehmen das auch in Anspruch. Selbst mit mir haben sie schnell Kontakt geknüpft und sich total offen und ehrlich unterhalten.

Die zweite Sache, die mich positiv überrascht hat, war das Kollegium. Ich hatte im Vorfeld ein mulmiges Gefühl dabei, als sehr junge Praktikantin in so eine fremde Umgebung zu kommen. Aber bereits am ersten Tag wurden mir alle Ängste genommen, da ich wirklich super herzlich aufgenommen wurde. Jeder, der ins Lehrerzimmer kam und mich gesehen hat, hat eben nachgefragt, wer ich denn sei und was ich hier mache. Ich dachte auch eigentlich, dass Lehrkräfte im Allgemeinen keine Lust haben, so ein Anhängsel wie mich mitzuschleppen, aber auch hier habe ich mich getäuscht. Ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl, dass ich willkommen bin und saß auch nicht einfach nur hinten in der Klasse, sondern durfte in vielen Dingen mitentscheiden und mithelfen.

Und was würdest du sagen, nimmst du für deine Zukunft aus dieser Praktikumszeit mit?

Für mich persönlich hat sich die Vorstellung der Lehrerrolle geändert. Ich habe bislang immer gedacht, dass man als Lehrer irgendwie „über“ seinen Schülerinnen und Schülern stehen muss. Ich habe aber durch mein Praktikum gemerkt, dass man mit Geduld und Verständnis und einem „auf Augenhöhe sein“ viel mehr erreicht, als wenn man der strenge Dirigent vorne am Pult ist.

Vielen lieben Dank, Rike, dass du uns Rede und Antwort gestanden hast und weiterhin viel Erfolg für deine Studienzeit. Vielleicht sehen wir uns ja in einem nächsten Praktikum wieder! 😉